Die richtige Doktormutter oder den richtigen Doktorvater finden: So geht's

Die richtige Doktormutter oder den richtigen Doktorvater finden: So geht's

Du möchtest promovieren?

Dann musst du neben der Suche nach einem Promotionsthema – am besten parallel – eine Doktormutter oder einen Doktorvater finden.

Bedenke, dass ihr über einen langen Zeitraum miteinander verbunden sein werdet. Daher lasse dir bei deiner Wahl ruhig etwas Zeit, denn deine Promotion und dein hoffentlich möglichst ruhiger Weg durch die Doktorarbeit hängen auch von der betreuenden Person ab.

Im besten Fall ist die Betreuung gut, konstruktiv und wirkt sich motivierend auf dich aus. Im schlimmsten Fall ist sie genau das Gegenteil.

Worauf du als angehender Doktorand oder Doktorandin bei der Auswahl der dich betreuenden Person achten solltest und wie du eine Doktormutter oder einen Doktorvater finden kannst, das erkläre ich dir in diesem Blogartikel.

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Warum brauchst du überhaupt einen Doktorvater/eine Doktormutter?

Weil es in den Hochschulgesetzen der Länder so vorgeschrieben ist.

Aufgrund der Gesetzesvorlagen erlassen die Hochschulen die Promotionsordnungen für ihre Fakultäten. Diese beinhalten dann in der Regel einen Paragrafen zur Betreuung des Doktoranden.

Für die Fakultät für Geowissenschaften der Ruhr-Universität Bochum, meinem ehemaligen Fachbereich, gilt aktuell die Promotionsordnung vom 03.06.2016. Hier ist unter § 7 Betreuung, Betreuungsvereinbarung vermerkt:

(1) Mit der Annahme als Doktorandin oder Doktorand wird ein Anspruch auf Befassung durch den Promotionsausschuss und die Betreuung durch mindestens zwei Betreuende sowie nach Zulassung gern. § 9 auf Begutachtung der Dissertation begründet. Die Erstbetreuerin bzw. der Erstbetreuer muss in der für das Promotionsvorhaben relevanten Fachrichtung ausgewiesen sein. Eine Betreuerin oder ein Betreuer muss Mitglied der Fakultät für Geowissenschaften sein. Die weitere Betreuerin bzw. der weitere Betreuer kann ein anderes Fachgebiet vertreten als die Erstbetreuerin bzw. der Erstbetreuer.

Soweit also die rechtlichen Voraussetzungen, die sowohl für intern als auch extern Promovierende gelten.

Eine Übersicht über die Hochschulgesetze der Länder findest du auf den Seiten der Kultusministerkonferenz.

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Wo kannst du eine Doktormutter/einen Doktorvater finden?

Wenn du gerade im Master studierst und über eine anschließende Doktorarbeit nachdenkst, bist du sicherlich noch gut in den Alltag deiner Hochschule eingebunden und hast es leichter, vorhandene Kontakte zu Professoren, wissenschaftlichen Mitarbeitern, Doktoranden oder anderen Hochschulmitarbeitern zu knüpfen und zu nutzen.

Möchtest du aber an einer anderen Hochschule promovieren oder bist du bereits länger aus dem Hochschulalltag raus, dann kennst du wahrscheinlich kaum jemanden dort. Vermutlich sind deine ehemaligen Professoren mittlerweile emeritiert und deine alten Kommilitonen in alle beruflichen und räumlichen Richtungen verstreut.

Und falls du nicht wie ich zu den Ausnahmefällen gehörst, die von einem von sich aus interessierten Professor spontan eine berufsbegleitende Promotion angeboten bekommen, dann begib dich so früh wie möglich auf die Suche nach einer Doktormutter oder einem Doktorvater.

Am besten startest du deine Recherche, indem du dich auf den Internetseiten deiner Wunschhochschule beziehungsweise der entsprechenden Fakultät oder dem entsprechenden Institut umsiehst.

  • Welche Professoren forschen und lehren dort?
  • Wer gehört zum wissenschaftlichen Personal?
  • Welche Forschungsbereiche und Forschungsschwerpunkte gibt es?

Vielleicht ergeben sich hier schon erste Kontaktmöglichkeiten.

Falls nicht – und im Sinne einer umfassenderen Recherche – weite deine Suche auf andere Hochschulen aus. Du kannst dazu prima das Informationsportal GERiT (German Research Institutions) nutzen. Bei der Übersicht über 31.000 Institute und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen solltest du über die Suchmaske schnell fündig werden.

Weitere Anregungen für deine Betreuersuche:

  • Um herauszubekommen, wer über dein Thema oder Themengebiet forscht, googel es mit dem Zusatz „Professor“.
  • Falls du Kontakte an Hochschulen hast, sprich sie direkt auf deine Überlegung einer (berufsbegleitenden) Promotion an. Vielleicht ergeben sich aus dem Gespräch weitere Ideen.
  • Die Schlagwörter „berufsbegleitend promovieren“ oder „Promotion berufsbegleitend“ liefern eine Fülle an Informationen und Fern-Hochschulen. Letztere sind allerdings oft mit hohen Studiengebühren verbunden.
  • Lies dich unbedingt in die aktuelle Literatur deines Themengebiets ein. Das wirst du im weiteren Verlauf eh machen müssen.
  • In Sammelbänden gibt es oft eine Seite mit allen Autoren und deren Anschriften inklusive Telefonnummern oder E-Mail-Adressen. Die solltest du vor einer Kontaktaufnahme unbedingt gegenchecken.
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Worauf du bei deinem Doktorvater/deiner Doktormutter achten solltest

Unabhängig von deiner Themenwahl stell dir diese zwei Fragen:

  1. Was erwartest du von deinem Doktorvater/deiner Doktormutter?
  2. Was ist dir bei der Betreuung wichtig?

Das Thema muss er oder sie natürlich befürworten und annehmen. Vergiss aber bitte nicht, dass die Betreuung einer Promotion auch den Betreuenden über längere Zeit viel Arbeit, Zeit und Energie kostet.

Daher sollte eure Chemie stimmen und eure Erwartungen an den jeweils anderen nicht groß voneinander abweichen. Denn dir ist nicht geholfen, wenn dein Doktorvater/deine Doktormutter zwar fachlich top, aber entgegen deinen Erwartungen nicht erreichbar, unmotiviert oder zu bestimmend ist.

Also:

  • Welchen Grad der Betreuung erwartest du? Einen geringen oder einen hohen?
  • Bist du jemand, der am liebsten allein vor sich hin wurschtelt und nur alle drei Monate einen Austausch braucht? Oder bist du jemand, der gerne über jeden Schritt diskutiert, oft Anregungen braucht und den Betreuer am liebsten Tag und Nacht erreichen will?
  • Muss es DER Professor/in sein oder darf es gegebenenfalls auch gemäß Promotionsordnung eine andere Person wie ein Juniorprofessor oder Privatdozent sein?
  • Wie soll dein Doktorvater/Doktormutter für dich erreichbar sein? Welchen Kommunikationsweg bevorzugst du? Lieber persönlich, telefonisch, per E-Mail oder Videocall?
  • Kommst du mit einer zerstreuten, chaotischen Person zurecht oder bevorzugst du eher strukturierte und disziplinierte Personen?
  • Reicht es dir, wenn dein Betreuer/in Interesse an deinem Thema zeigt oder soll er/sie selbst ganz nah am Forschungsthema arbeiten?
  • Kannst du eine Rückmeldung von (ehemaligen) Doktoranden einholen? Wie ist oder war die Zusammenarbeit, die Betreuung und der Umgang miteinander?

Einen lesenswerten Artikel über die Tücken des Betreuerfindens gibt es hier: ZEIT Campus Ratgeber Promotion.

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Die Betreuung gilt in guten wie in schlechten Zeiten


Auch wenn du alles oben genannte beachtet hast, dein Bauchgefühl stimmt und du zufrieden mit deinem Doktorvater oder Doktormutter bist, kann es trotzdem hin und wieder zu Unstimmigkeiten kommen.

Ich selbst bin auf halben Weg wegen einer vermeintlichen Kleinigkeit mit meinem Doktorvater aneinandergeraten. Und das nach jahrelanger harmonischer Zusammenarbeit im Studium. Das hat mich kurzzeitig irritiert, war aber letztendlich schnell aus dem Weg geräumt.

Von anderen Promovierten und meinen Kunden höre ich da ganz andere Geschichten über ihre Betreuer. Schlechte Erreichbarkeit ist da noch das geringste Problem.

Eine klare Kommunikation zu oben gestellten Fragen sollte die Zusammenarbeit in eine für beide zufriedenstellende Richtung lenken. Wenn es jedoch mal brenzliger als lieb wird, stehen in Konfliktfällen in der Regel der Promotionsausschuss und Ombudspersonen zur Verfügung.

Du nun wünsche ich dir eine erfolgreiche Suche nach deinem Betreuer!


Herzliche Grüße
Sandra




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  • du schon lange von einem Doktortitel träumst
  • dich der Gedanke an eine Promotion nicht loslässt
  • ein Doktortitel deine Karriere abrundet
  • dir vielleicht sogar deinen weiteren beruflichen Weg erleichtert
  • aber du Zweifel hast, ob du eine Promotion neben deinem Beruf schaffst

dann hol dir hier meine Entscheidungshilfe.

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