Mit diesen 3 Quellen ruinierst du dir deine wissenschaftliche Arbeit am besten

Mit diesen 3 Quellen ruinierst du dir deine wissenschaftliche Arbeit am besten

Wissenschaftliche Quellen und die Quellenbelege daraus sind das A und O für eine wissenschaftliche Arbeit.

Die Quellenarbeit (oder auch Literaturrecherche und Literaturauswertung) ist daher kein notwendiges Übel, sondern der Kern wissenschaftlichen Arbeitens.

Oft lese ich in Arbeiten jedoch Quellenangaben, die du nicht verwenden solltest beziehungsweise die von vielen Unis und Hochschulen als nicht akzeptabel eingestuft sind.

Warum brauche ich überhaupt wissenschaftliche Quellen?

In jeder wissenschaftlichen Arbeit werden Quellen genutzt.

Der Umfang und die Anforderungen an die Quellen variieren dabei stark je nach Fachrichtung, Thema oder Fragestellung sowie Art der Arbeit.

Mit der Verwendung von wissenschaftlichen Quellen belegst und unterstützt du die Qualität deiner eigenen Argumentation, wobei du aus verschiedenen wissenschaftlichen Quellenarten wählen kannst.

Dazu zählen zum Beispiel eigene und fremde Erhebungen, Monografien, Sammelbände, Artikel in Zeitschriften und Zeitungen, Internetdokumente, amtliche Veröffentlichungen, Geschäftsberichte, graue Literatur und so weiter.

Ist deine Arbeit vollgepackt mit unbewiesenen Behauptungen oder Datenangaben ohne Kennzeichnung, ist das immer ein Ausdruck von ungenauem Arbeiten beziehungsweise unsauberem Zitieren.

Eine meiner häufigsten und liebsten Anmerkungen bei der Korrektur von Arbeiten ist daher seit jeher Wer hat das gesagt?

Die wissenschaftliche Qualität von Quellen kannst du anhand von formalen Kriterien (Nachprüfbarkeit) und inhaltlichen Kriterien (Nachvollziehbarkeit) sowie Indizien prüfen. 

Laut der Hochschule Osnabrück sind Kriterien zur Beurteilung von Quellen im wissenschaftlichen Kontext zum Beispiel

  • Autoren
  • Adressaten
  • Kommunikative Funktion
  • Veröffentlichung
  • Berücksichtigung wissenschaftlicher Standards
  • Begutachtungsverfahren
  • Relevanz des Publikationsorgans
  • Einfluss der Autoren
  • Alter des Textes

Die Übersicht und genaue Beschreibung der wissenschaftlichen Qualitätskriterien findest du hier.

Wenn du dir bezüglich deiner Quellenauswahl unsicher bist, dann frage deinen Betreuer. Er wird ganz bestimmt auch noch den ein oder anderen Literaturtipp für dich haben.

Und hier nun meine TOP 3 der nicht-wissenschaftlichen Quellen, mit denen du die Qualität deiner Doktorarbeit, Masterarbeit oder Bachelorarbeit auf jeden Fall mächtig nach unten schraubst.

Diese Quellen haben in einer wissenschaftlichen Arbeit nix zu suchen

1. Wikipedia

Ich kann es nicht oft genug betonen, denn es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Wikipedia in wissenschaftlichen Arbeiten zitiert werden kann.

Wikipedia ist ein freies Internetlexikon, an dem jeder mitarbeiten und seinen Senf dazu geben darf. Die Identität der Verfasser ist häufig nicht genau bekannt oder anonym, die fachliche Kompetenz kann nicht sichergestellt werden.

Trotz mittlerweile zunehmender Quellenverweise unter den Artikeln weisen diese oft nicht die Qualitätskriterien für wissenschaftliche Quellen auf.

Viele Hochschulen untersagen inzwischen in ihren Leitfäden zum wissenschaftlichen Arbeiten unter dem Stichpunkt Literatur/Quellen ausdrücklich die Nutzung von Wikipedia. Trotzdem lese ich vor allem in Bachelor- und Masterarbeiten gehäuft Wikipedia-Zitate.

Da Wikipedia aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist, folgender Tipp:

Wikipedia eignet sich hervorragend, um eine erste Idee für ein Thema oder einen Begriff zu bekommen. Die Einzelnachweise am Ende können, müssen aber kein brauchbarer Quellenhinweis sein. Der Weg zu wirklich brauchbaren wissenschaftlichen Quellen beziehungsweise verwendbarer wissenschaftlicher Literatur führt nach wie vor über die einschlägigen Literaturdatenbanken der Hochschulen. 

Kurz gesagt: Wikipedia ist ein guter Startpunkt. Es ist ein Werkzeug zur Orientierung, nicht zur wissenschaftlichen Beweisführung.

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2. Unseriöse Internetquellen

Vor allem in den letzten zwanzig Jahren haben die Internetquellen dank des technischen Fortschritts und der Internetentwicklung endgültig den Einzug in die wissenschaftlichen Arbeiten geschafft.

Davor waren sie auch schon im Literaturverzeichnis anzutreffen, allerdings noch sehr spärlich und meist unter einem gesonderten Verweis zur Nutzung von Internetquellen.

Wie bei Literaturquellen ist auch bei Internetquellen von unseriös bis wissenschaftlich verwendbar alles mit dabei.

Richtig daneben greifst du, wenn du Seiten ohne Autor, mit schwammigem Inhalt und ohne eigene Belege, Social Media-Beiträge, Foreneinträge oder Rezensionen als Quelle angibst.

Die Seriosität einer Internetquelle erkennst du nicht daran, wie professionell die Seite aussieht. Ein modernes Layout, hübsche Grafiken oder ein seriös klingender Name sagen nichts über die wissenschaftliche Qualität aus. Entscheidend sind immer Autorenschaft, institutioneller Hintergrund, Quellenangaben und Aktualität.

Und Achtung: Auch Unternehmen veröffentlichen „Studien“, die bei genauer Betrachtung eher dem Marketing dienen als der Wissenschaft. Diese Texte sind oft nicht objektiv, nicht unabhängig und damit nicht wissenschaftlich verwertbar. Wenn du also eine Statistik findest, die perfekt auf das Produkt eines Unternehmens passt, nicht als Quelle verwenden.

Internetquellen von Behörden oder Ministerien sind dagegen seriöse Quellen. Meist veröffentlichen diese Einrichtungen ihre Quellen in gedruckter Form (zum Beispiel als Gesetzbuch, offizielles Dokument oder Fachartikel) und dann zusätzlich auf den Seiten im Internet.

Wenn möglich, ist die Angabe der Printform (= ursprünglicher Erscheinungsort der Quelle) der URL als Quellenangabe vorzuziehen.

Tipp 1: Informationsmaterial und Publikationen der Ministerien können über die Serviceseiten kostenfrei bestellt oder heruntergeladen werden.

Tipp 2: Für Statistiken rund um Deutschland ist die Seite des Statistischen Bundesamtes die beste Wahl. Hier findest du alles von A wie Außenhandel bis Z wie Zollverwaltung, Datenbanken und interaktive Karten.

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3. Populärwissenschaftliche Literatur

Manche Bücher oder Zeitschriften erfüllen die formalen Qualitätskriterien für Quellen. Ein Autor ist genannt, der Verlag ist bekannt, Inhalts- und Quellenverzeichnis sind vorhanden.

Dennoch punktest du auf gar keinen Fall, wenn du zum Beispiel über die menschliche Psyche schreibst und Bücher mit dem Titel Wissen Sie, was Ihr Gehirn denkt? Wie in unserem Oberstübchen die Wirklichkeit verzerrt wird verwendest. Oder dir das ADAC-Mitgliedermagazin als Quelle für Automobildaten ausgesucht hast.

Warum?

Weil diese (Sach-)Bücher und Zeitschriften für ein breites Publikum verfasst sind. Die allgemein interessierten Leser bekommen zwar Informationen, doch dieses Fachwissen ist (sehr) leicht verständlich, oberflächlich und zumeist auch recht unterhaltsam aufbereitet. Komplexe Sachverhalte werden so stark vereinfacht dargestellt, dass der wissenschaftliche Forschungsprozess und die wissenschaftliche Argumentation verloren gehen. Genauso verhält es sich mit Ratgebern à la 101 Tipps für XYZ.

Das soll nicht heißen, dass wissenschaftliche Literatur immer nur staubtrocken verfasst ist. Jedoch richtet sich wissenschaftliche Literatur vorrangig an ein Fachpublikum, das mit Fachvokabular vertraut ist. Außerdem ist die wissenschaftliche Sprachwahl und der wissenschaftliche Schreibstil der Neutralität verpflichtet.

Populärwissenschaftliche Literatur kann dir aber durchaus helfen – sie eignet sich hervorragend, um ein erstes Gefühl für ein Thema zu bekommen, Zusammenhänge grob zu verstehen oder einen Einstieg in ein neues Forschungsfeld zu finden. Findest du populärwissenschaftliche Aussagen, sichere sie mit wissenschaftlicher Literatur ab und verwende diese für deine Arbeit.

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Bonus 1: Wissenschaftliche Quellen für die Doktorarbeit

Welche Quellen du für deine Doktorarbeit in Betracht ziehst und verwenden willst, ist eng mit deinem Thema und deiner Fragestellung verbunden.

Oftmals wird in Doktorarbeiten empirisch geforscht, sodass ein großer Teil der Quellen durch die eigene Erhebung gesichert ist. Wenn du also zum Beispiel eine Umfrage oder Interviews durchführst, sind die Ergebnisse dein eigenes Quellenmaterial.

Fakt ist allerdings, dass du nicht um eine umfangreiche Recherche nach weiteren Quellen herumkommen wirst, um den empirischen Teil deiner Arbeit zu stützen. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist damit die Suche nach Literaturquellen jeglicher Art gemeint.

Verzeihen die Betreuer in Bachelor- oder Masterarbeiten vielleicht noch den ein oder anderen Quellen-Fauxpas, solltest du bei deiner Doktorarbeit mit größter Sorgfalt ans Werk gehen und dir auf jeden Fall ausreichend Zeit für die Erstrecherche und alle folgenden Rechercheschleifen nehmen.

Denn sowohl der Quellenumfang als auch die Qualität der Quellen werden bei der Bewertung der Doktorarbeit berücksichtigt.

Beachte, dass der Quellenumfang schnell in die Hunderte gehen kann, wenn man pro geschriebener Seite mindestens ein oder zwei Quellenangaben rechnet. Was nicht heißt, dass die hohe Zahl an Quellenangaben ein Freibrief für schludriges Arbeiten ist. 

Bonus 2: Aktualität von wissenschaftlichen Quellen

Du solltest auch die Aktualität von wissenschaftlichen Quellen beachten. Während in manchen Disziplinen wie in der Philosophie oder Geschichtswissenschaft ältere Literatur legitim ist, ist sie in anderen wissenschaftlichen Bereichen ein No-Go. In schnelllebigen Forschungsfeldern wie Medizin, Informatik oder Psychologie kann eine zehn Jahre alte Quelle bereits veraltet sein. Prüfe daher sorgfältig, ob deine Quellen noch den aktuellen Forschungsstand widerspiegeln.

Fazit

Es gibt jede Menge unterschiedliche Quellen, die du in deiner wissenschaftlichen Arbeit verwenden kannst. 

Prüfende erkennen schnell, ob du a) seriöse Quellen genutzt hast und b) die Literatur nur oberflächlich überflogen oder dich tiefgehend damit auseinandergesetzt hast.

Eine solide Quellenbasis ist deshalb nicht nur ein formales Kriterium, sondern ein Ausdruck deiner wissenschaftlichen Reife.

Achte daher auf die wissenschaftlichen Qualitätskriterien für Quellen und meine TOP 3 der nicht-wissenschaftlichen Quellen. So bist du bestens vor den „ruinierenden“ Quellen geschützt.


Du hast Fragen zu wissenschaftlichen Quellen?
Schreib mir einfach eine Nachricht!

Herzliche Grüße
Sandra




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