Fünf hilfreiche Anregungen, wenn du berufsbegleitend promovieren willst

Fünf hilfreiche Anregungen, wenn du berufsbegleitend promovieren willst

Berufsbegleitend promovieren? Das ist nichts Außergewöhnliches mehr.

Von den 196.200 Promovierenden in Deutschland im Wintersemester 2014/15 promovierten 77.000 extern (Statistisches Bundesamt, 2016, S. 36).

Die Gründe, sich für eine späte Promotion im Berufsleben zu entscheiden, sind genauso vielfältig wie individuell.

So ist es zum Beispiel bei manchen Promotionswilligen das pure Interesse an einem Thema, einige kommen sonst auf der Karriereleiter nicht weiter, und wieder andere empfinden einen Doktortitel als erstrebenswert, um das eigene Ego aufzuwerten.

Letztgenanntes spekuliere ich nicht, sondern das sagt mir gefühlt jeder zweite meiner Kunden ganz direkt: „Warum ich promovieren will? Ich mache das aus purer Eitelkeit.“

Was auch immer dein Grund ist (meinen liest du hier):

Wenn du berufsbegleitend promovieren möchtest, dann nimm dir diese fünf hilfreichen Anregungen mit:

  1. Nimm deine Motivation unter die Lupe
  2. Check deine zeitlichen Ressourcen
  3. Berücksichtige deine finanziellen Ressourcen
  4. Lege dich auf ein Thema/Themengebiet fest
  5. Suche dir frühestmöglich einen Betreuer

1. Nimm deine Motivation unter die Lupe

Und zwar ordentlich.

Denn deine persönliche Motivation für eine externe Promotion ist mit Sicherheit eine wichtige (wenn nicht sogar die wichtigste) Voraussetzung für dein erfolgreiches Gelingen. Daher solltest du dich selbst gut hinterfragen, was dich bei dieser umfangreichen Herausforderung antreibt.

Schließlich wirst du die nächsten Jahre intensiv an einem Thema arbeiten. Ich prophezeie dir viel Freude, aber auch einigen Frust.

Also sei ehrlich zu dir: Warum willst du berufsbegleitend promovieren?

Findest du ein Thema/Themengebiet spannend?
Bist du auf ein wissenschaftlich relevantes Thema gestoßen?
Möchtest du dich persönlich weiterentwickeln?
Ist ein Doktortitel förderlich für deine berufliche Karriere?
Möchtest du mehr Geld verdienen?
Ist ein Betreuer auf dich zugekommen?

2. Check deine zeitlichen Ressourcen

Das Verfassen einer Doktorarbeit ist sehr zeitintensiv. Du wirst dich die nächsten (mindestens) drei bis fünf Jahre damit auseinandersetzen. Neben deiner beruflichen Tätigkeit ist das in deiner Freizeit ein nicht zu unterschätzender Organisations- und Kraftakt.

Oft ist den Promotionswilligen nicht bewusst, wie viel Zeit sie am Tag, in der Woche oder im Monat tatsächlich neben dem beruflichen Alltag für ihre Promotion aufwenden können. Viele haben bereits eine Familie, die sie zusätzlich fordert. Oder ein zeitaufwendiges Hobby. Oder sind gerne mit den Freunden unterwegs.

Wie sieht es bei dir aus?
Wie viele Stunden kannst du wöchentlich aufbringen?
Hast du familiären Rückhalt?
Bist du bereit, dein Leben für einige Zeit einzuschränken oder auf etwas zu verzichten?

Keine Bange: Auch mit wenig verfügbarer Zeit ist eine Doktorarbeit zu schaffen. Das Zauberwort heißt hier Kontinuität.

Berufsbegleitend promovieren

3. Berücksichtige deine finanziellen Ressourcen

Berufsbegleitend promovieren bedeutet, dass du für den Zeitraum der Promotion keine Anstellung an der Hochschule hast. Für die gesamte Dauer bist du also selbst für dein Einkommen zuständig. Da du bereits beruflich tätig bist, umgehst du das Problem der Finanzierungssuche. Dafür sitzt dir allerdings das Zeitproblem im Nacken.

Hast du einen Betreuer an einer deutschen Universität, promovierst du nach der jeweiligen dort geltenden Promotionsordnung. Damit stehen dir in der Regel die Angebote der Graduiertenzentren offen. Dort kannst du dich auch zu zusätzlichen Finanzierungsmöglichkeiten beraten lassen. Außerdem bleiben deine Kosten für zum Beispiel den Semesterbeitrag und Bücher überschaubar.

Hast du dich für eine Promotion an einer ausländischen Universität, privaten Hochschule oder via Fernstudium entschlossen, fallen in der Regel hohe Kosten/Studiengebühren von bis zu mehreren Zehntausend Euro an. Hinzu kommen oft noch die Reisekosten zu Präsenzterminen.

Es macht also vorab Sinn, zumindest grob zu überschlagen, mit welchen Kosten du für deine berufsbegleitende Promotion zu rechnen hast.

Kannst du diese aufbringen?

4. Lege dich auf ein Thema/Themengebiet fest

Bei externen Promotionen gibt oft ein Thema aus dem beruflichen Umfeld den Anstoß zu weiteren Überlegungen.

Irgendetwas funktioniert in der praktischen Umsetzung im Betrieb nicht. Die Ursache für ein Problem oder eine Lösung soll ergründet werden. Oder es werden unterschiedliche Handhabungen zwischen einzelnen Niederlassungen oder Abteilungen eines Unternehmens festgestellt, die jetzt beleuchtet werden sollen.

Die Suche nach einem Thema solltest du auf jeden Fall selbst übernehmen. Weil du dann sicher sein kannst, etwas zu bearbeiten, was dir über einen langen Zeitraum auch Spaß macht.

Wenn du noch keine Idee hast, dann starte, indem du deine/n Interessenschwerpunkt/e aus deinem (ehemaligen) Fachbereich notierst. Welche Vorlesungen oder Seminare haben dir in deinem Studium besonders Spaß gemacht? Wofür konntest du dich so richtig begeistern?

Genauso kannst du dir auch Anregungen aus deinen (vergangenen) beruflichen Tätigkeiten aufschreiben. Welche Aufgaben hast du übernommen und was hat dir dabei Freude bereitet? Wobei stößt du in deinem Arbeitsalltag auf ein immer wiederkehrendes Problem? Sehen das auch andere Mitarbeiter so? Tausch dich dazu ruhig mal mit Kollegen aus.

Und es ist durchaus hilfreich, wenn du themenrelevante Literatur und durch das Internet querliest.

5. Suche dir frühestmöglich einen Betreuer

Sobald du eine Ahnung von deinem Thema/Themengebiet hast, mache dich parallel auf die Suche nach einem Betreuer.

Beachte, dass der Betreuer nicht nur dein Thema annehmen muss. Im besten Fall sollte auch die Chemie stimmen. Denn die Betreuung kann einen großen Einfluss auf deine Motivation haben. Dir ist nicht geholfen, wenn dein Betreuer zwar fachlich top, aber nicht erreichbar, unmotiviert oder (gibt es auch) übermotiviert ist.

Starte, indem du nach deinen ehemaligen (Lieblings-)Professoren recherchierst. Lehren sie noch? Kommt eine/r von ihnen für dich als Betreuer infrage? Kannst du dich einmal unverbindlich austauschen?

Die Fakultätsseiten von Hochschulen sind ebenfalls eine gute Möglichkeit, eine Übersicht über das wissenschaftliche Personal zu bekommen. Du kannst dazu prima das Informationsportal GERiT (German Research Institutions) nutzen. Bei der Übersicht über 29.000 Institute und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen solltest du schnell fündig werden.

Wenn du noch gar keinen Anhaltspunkt hast, dann googel einfach dein Thema/Themengebiet mit dem Zusatz "Professor". So bekommst du einen Überblick, wer zu deinem Themengebiet forscht.


Du möchtest immer noch berufsbegleitend promovieren?

Dann bleib dran!

Ich freue mich, wenn dir die fünf Anregungen einen Anstoß gegeben haben.
Vielleicht haben sie dir auch einen Aha-Moment entlockt.

Falls nicht, lass mich gerne den Grund wissen.
Falls ja, dann gerne auch.

Buche dir dazu einfach ein unverbindliches Kennenlerngespräch!

Herzliche Grüße
Sandra

Die fünf Anregungen kannst du dir übrigens auch als PFD holen.

Melde dich dazu zu meinem Newsletter an, die PDF steht anschließend zum Runterladen bereit. Außerdem bekommst du jede Woche weitere Tipps und Informationen rund um die externe Doktorarbeit.

Anregungen Dr. Sandra Laskowski

Bitte bestätige deine Newsletteranmeldung über den Bestätigungslink, den ich dir nach deinem Eintrag zusende. Vorher darf ich dir keine Informationen zusenden. Du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Alles zum Datenschutz liest du unter Datenschutzerklärung.

© 2021 Dr. Sandra Laskowski